D’Frau Faschte u d’Frau Vrene
D’Frau Faschte u d’Frau Vrene
’s Müetti het üs Chinge albe ganz Zilete vo ‘dr Frau Faschte u vo dr Frau Vrene brichtet. I ma mi aber neue nid rächt zruggbslnne; äs isch jetz afe gar lang, dass es gstorben ischt.
D’Frau Faschte u d’Frau Vrene, het es albe gseit, si Schweschtere gsi u gar bösi Meitli. I meine, d’Frau Faschte isch albe i dr Faschtezit cho u het de Fraue u de Meitli, wo gspunne u nid bi Zite Füürobe gmacht hei, oder was weiss i, nid z’rächter Zit fertig worde si, es schützligs Züg agstellt, ’s Garn u dr Chuder verhürrschet, dass sie nümme drüber cho si.
Was me vo dr Frau Vrene erzellt het, chan i wäger nümme säge; i meine, ’s Müetti heig gseit, sie sig albe cho ge wiegle.
Aber die Frau Fasten schreckt nicht bloss Spinnerinnen, sie erscheint überall da, wo zu „heiligen Zeiten“ göttliche Gebote übertreten werden. Warum schreckt sie eigentlich die arbeitenden Frauen? Gehört ihr die Nacht? Oder klingen verschollene Gebote vorchristlicher Festtage an?
M. Sooder, Sagen aus Rohrbach, Huttwil 1929
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.