I dr heilige Nacht
I dr heilige Nacht
I dr heilige Nacht chönne d’Tier rede. E Bur het das gwüsst. Am heiligen Obe isch er i Rossstall gange. Du het er ghört, wie eis Ross zum angere seit: “Im neue Johr si mer au nümme lang Gspane. Eis vo üs schlot dr Bur, dass er muess stärbe, u das, wo gschlage het, wird verchauft.“ Das her dr Bur möge. Är isch taube worde u het d’Geisle vom Nagel gschrisse. Dermit het er d’Ross gchlepft, was er möge het. Du schlot eis us u breicht ne-n a Chopf. Gli druf isch er e Lich gsi.
Weihnachten, der heiligen Nacht, kommt im Glauben des Volkes besondere Bedeutung zu; da können auch die Tiere reden; mancher Bauer legt am Weihnachtsabend den Kühen ausgewähltes Futter vor, damit die Tiere nur Gutes von ihrem Herrn aussagen.
Geheimnisvolle Kräfte besitzen aber nicht nur einzelne Menschen oder Tiere; auch Pflanzen üben rätselvollen Zauber aus, besonders das Irrkraut. (Siehe "Vom Irrchrut") Gewöhnlich schriebt man dem Farn die Macht des Irrkrautes zu; als Zauberkraut fand er vielfach Verwendung (Heinrich Marzell, die Pflanzen im deuschen Volksglauben S. 14 u. 25 ff).
M. Sooder, Sagen aus Rohrbach, Huttwil 1929
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.