Vom Irrchrut
Vom Irrchrut
E Burefrau vo Reisiswil isch uf Huttel ihe, für allerlei Sache z’chrome. Sie isch mit eme Ching gange u het no dies u äis nötig gha. Uf em Heiwäg isch sie düre Schmiedwald u näbe dr Wolfsgrueb verbi. Dr Wäg isch ere gchanntsem gsi. Es Rüngli isch sie näb em Wäg ihe uf eme chline Fuesswägli glüffe u het gmeint, jetz chömm sie vor e Wald use un i Gmeinweid. Aber dr Wald het e kes Ändt welle näh. Sie isch glüffe u glüffe. Äs het vernachtet un isch feischter worde. Brüele u Pläre het nüt abtreit. Wit u breit het si nüt Läbigs grüehrt di ganzi längi Nacht. Ändtlige het’s taget. Du isch sie uf s’gliche Plätzli cho, wo sie vom breiten u rächte Wäg isch näbetsi gange. U do isch sie, sie hat’s äbe nid gewahret gha, sicher uf enes Irrchrut trappet gsi.
Wär do druff z’stoh oder z’goh chunnt, dä verlürt dr Wäg, lauft gäng imene Kreis ume u fingt si längs Stücks nümme z’rächt.
In der Erzählung klingt noch eine Anschauung an, die bei Naturvölkern deutlich beobachtet werden kann. Die Frau, die mit einem Kinde geht, ist schädigendem Zauber und bösen Geistern besonders ausgesetzt.
M. Sooder, Sagen aus Rohrbach, Huttwil 1929
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.