Erzählen
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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Reussschlange und Drachenloch

Land: Schweiz
Kanton: Aargau
Region: Bremgarten/Freiamt
Kategorie: Sage

1566 im Juli, da eben die Reuss hoch ging, meldete man in Bremgarten, eine Schlange steige aus dem Strome gross wie der Wiesbaum eines Heuwagens, und verschlinge die am Ufer weidenden Rinder. Der Städter Jakob Hubler war eben im Strom auf dem Salmenfang und stiess in der Meinung einen Fisch vor sich zu haben, mit dem Doppelzinken seines Ruders nach dem Untier. Auf diesen Stoss fuhr es mit dem Kopfe gegen ihn empor, aber der Mann konnte noch ans Ufer entrinnen. Er musste sich zu Bett legen und war von nun an mit Fieber geplagt. Cappeler, Hist. mont. Pilti 1676. pag. 123.

Auf dem Fusswege von Wohlen nach Hilfikon im Freienamte kommt man über einen Waldbach, der aus einer Schlucht hervorfliesst, das Drachenloch geheissen. Hier hat vormals ein Drache die Gegend unsicher gemacht. Wie er weggekommen ist, weiss man nicht.

Quelle: Ernst L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 2, Aarau, 1856, Seite 3
 

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch