Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Das Jonentier  

Land: Schweiz
Kanton: Aargau
Kategorie: Sage

Das Jonentier kommt nächtlicher Weile aus dem Kanton Zürich dem Jonenbache nach herauf gegangen ins Freienamt. Es hat Augen wie Teller, ist am Leibe blutrünstig und allenthalben offen, als ob es geschunden wäre, und schleppt eine Ochsenhaut hinter sich nach. 

Sage aus dem Freienamt

Notiz: Erläuterung welche der Sage angehängt ist:

Tiere bei lebendigem Leibe aus der Haut zu schinden, scheint bei den Älplern wirklich ein grausames Kunststück der Schlächterei gewesen zu sein, denn zu häufig reden die Sagen davon. Auch heisst noch ein Wettspiel tollkühner Sennenknaben das Bockschinden.

Ein Waghals hängt sich mit den Knieen an den letzten Baumast fest, der über die Klippe hinausragt, und lässt so den Körper rücklings über den Abgrund baumeln. Wer es am längsten aushält, wie ein geschundener Bock an den Beinen in die Luft hinaus zu hängen, der hat die Wette gewonnen.

Quelle: Ernst L. Rochholz, Naturmythen, Neue Schweizer Sagen, Band 3.1, Leipzig 1962

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch