Ein weisses Pferd und eine gefundene Glocke
Zu beiden Seiten der Strasse von Herzogenbuchsee nach Bützberg zieht sich längs derselben eine Viertelstunde lang ein schöner Buchenwald hin. In diesem Walde stund vor alten Zeiten ein Teil einer ungeheuren Stadt, nebst einem Zwingherrenschloss. Noch jetzt jagt der ehemalige Besitzer dieses Schlosses mit schrecklichem Lärm in diesem Walde; auch sieht man öfters, dort zur Nachtzeit ein weisses Pferd und hört einen Hahn krähen. Überreste von Gebäuden sieht man keine mehr; jedoch ist erst in neuerer Zeit eine grosse Glocke, die jetzt zu Herzogenbuchsee hängt, auf eine merkwürdige Art dort gefunden worden. Es hütete nämlich am Saume des Waldes ein Ziegenhirt seine Herde. Einst scharrte aus Übermut eine Ziege mit ihren Füssen die lockere Erde weg, worauf etwas Metallartiges zum Vorschein kam. Der Hirt sah dieses, machte Anzeige, und nun grub man an dieser Stelle eine mächtige Glocke aus der Erde. Auch fand man vor fünf Jahren ganz nahe bei dieser Stelle vier Fuss tief in der Erde Menschenknochen und einen Säbel.
Quelle: Theodor Vernaleken, Alpensagen - Volksüberlieferungen aus der Schweiz, aus Vorarlberg, Kärnten, Steiermark, Salzburg, Ober- und Niederösterreich, Wien 1858.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung www.maerchenstiftung.ch