Die wilde Jagdlust
Eine weitere Sage aus dieser Gegend (südlicher Teil von Freiburg) erzählt:
Zu einer anderen Zeit lebte dort ein leidenschaftlicher Jäger, der des Sonntags oft den Gottesdienst vernachlässigte oder ihm nur flüchtig auf dem Kirchhofe beiwohnte um möglichst bald seiner wilden Jagdlust zu frönen. Nach seinem Tode wollte man ihn in der Dauda auf dem Gottesacker begraben; allein die Pferde konnten seinen Leichnam nicht weiterziehen, als zu einem Hügel, auf welchem ein altes, mit Moos bedecktes Kreuz sich befindet. Hier musste man ihn begraben; denn der Sarg war schwer wie Blei, und die Peitsche vermochte nicht die Rosse weiter zu treiben. Nach seinem Tode soll der Geist noch lange als ein wilder Jäger des Nachts gespukt haben, bis ihn seine Verwandten von dieser Pein durch fromme Übungen befreien konnten.
Quelle: Theodor Vernaleken, Alpensagen - Volksüberlieferungen aus der Schweiz, aus Vorarlberg, Kärnten, Steiermark, Salzburg, Ober- und Niederösterreich, Wien 1858.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung www.maerchenstiftung.ch