Das Pflugsbrot im Eitale
Den Bergmännchen und Erdfräulein, welche in den Felshöhlen des Eitales zwischen den beiden Bergzügen der Oedenburg und der Scheideck lebten, pflegte man in den Haushaltungen des Dörfleins Tecknau eine Schüssel Milch auszustellen, oder man legte ihnen sogar Butter mit Honig zurecht. Dann konnte man in aller Frühe getrost das Haus verlassen und aufs Heuen fortgehen; das Vieh im Stalle wurde besorgt, sogar die Stube wurde gefegt. Wenn man draussen im Acker Hunger verspürte, liess sich bald ein Kneten des Teiges, ein Ausscharren der Backmulde unter der Erde hören, und beim Wenden des Pfluges war dann am Fruchenende ein sauberes Tischtuch ausgebreitet und ein frischer Pfannenkuchen oder Zwiebelkuchen lag darauf. Dies alles hat aufgehört, seitdem einmal ein grober Bauer das Tischtuch sammt Messer und Gabel mit fort nahm.
(H. Heller von Erlinsbach.)
Sage aus dem Eitale
Band 3.1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Naturmythen, Neue Schweizer Sagen, Leipzig 1962, S. 106 - 106
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.