Gespenst sagt ein Erdbeben an
Es war in den Jahren 1701 oder 1702, in welchen das Glarnerland wohl durch 30 oder 40 Erdbeben erschüttert wurde, als einstmals um Mitternacht ein ehrlicher Mann und Bürger im Linthtal eine unbekannte Stimme hörte, die seinen Namen rief. Als er darüber aus dem Schlafe erwacht war und zum Fenster hinaus gesehen hatte, sah er einen Geist mit einem Lichte in die seinem Hause nah gelegene Kirche gehen, welche, nachdem das Gespenst hinter sich die Türe zugeschlossen hatte, in vollen Flammen stand, obwohl man hernach nicht das geringste Merkmal eines Feuers wahrnahm. Kurz darauf aber ward die dortige Gegend wieder von einem heftigen Erdbeben heimgesucht.
C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.