Faust speist mit Gast in Basel
Als Faust zu Basel sich aufhielt, speiste er öfters mit dem Gelehrten Johannes Gast. Dieser erzählt nun, dass Faust bei solcher Gelegenheit zu verschiedenen Malen Vögel von ganz absonderlicher und fremder Art zum Braten übergeben habe, von dem er, Gast, nicht gewusst hätte, wo sie Faust gekauft oder von wem er sie erhalten, da solche damals zu Basel nicht feilgeboten wurden und überhaupt keine dieser Art in der dortigen Gegend vorhanden waren. Faust hatte aber einen Hund und ein Pferd bei sich, welche, da sie Alles verrichten konnten, jedenfalls Teufel waren. So erzählte man dem Gast unter andern Wunderdingen, dass der Hund zuweilen die Gestalt eines Dieners annehme und dann dem Faust aufwarte und allerhand Speise bringe. Kein Wunder, dass Faust für diesen sträflichen Umgang hart bestraft wurde. Der Elende endete auf schreckliche Weise; denn der Teufel erwürgte ihn und seine Leiche lag immer mit dem Gesicht auf der Bahre, obschon sie an fünfmal umgedreht ward.
C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.