Ruf der Sterbenden
Im Jahre 1564 wütete eine sehr heftige Pest an dem Rheine und besonders in der Gegend von Basel. Während derselben hat man durchgängig gesehen, dass die von ihr Ergriffenen im ärgsten Augenblicke ihrer Krankheit und kurz vor ihrem Tode den Namen des Einen oder Andern aus ihrer Verwandtschaft riefen, oder auch den eines ihrer Bekannten oder Nachbarn. Es dauerte dann nicht lange und der Gerufene wurde gleichfalls ergriffen von der Pest und rief wieder, ehe er den Geist aufgab, einen Andern, der gleichfalls bald darauf erkrankte und es ebenso machte.
C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.