Mutabor Märchenstiftung

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Die silberne Glocke im Rhein

Land: Schweiz
Kanton: Basel
Kategorie: Sage

Wenn man in hellen Nächten von der Pfalz in Basel auf den unten vorüberfliessenden Rhein blickt, so sieht man, wenn man dies längere Zeit geübt hat, im Bett des Flusses einen hellglänzenden Punkt, bisweilen vernimmt man dann auch ganz deutlich ein liebliches, doch etwas gedämpftes Klingen. Dieser hellglänzende Punkt ist eine grosse silberne Glocke, von der die Sage geht, dass sie früher auf dem Münster gehangen, beim grossen Erdbeben aber in den Rhein gestürzt sei und deren Läuten nun die Stromgeister des Rheines, welche frömmer als die Geister anderer Flüsse sein sollen, zur Andacht ruft.

Da wo die Glocke liegt, soll auch ein Gang unter dem Rhein hinweggeführt haben, welcher den Münster mit dem Karthäuserkloster in Kleinbasel verband.

C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.

Ebenso in: Ebenso in: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871

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