Fennetta, das Inselweibchen
An den Ufern der Rhone hört man in dem Gesträuch, das dort wächst, oft ein Mitleid erregendes Ächzen und Stöhnen. Geht der Wanderer darauf los, so vernimmt er im Schilf ein seltsames Rauschen, das vor ihm her flieht; verfolgt er es schneller, so erblickt er ein kleines Weibchen, in weißem nassen Gewande und mit schilfgrünem Haar, das, wenn er näher kömmt, plötzlich vor ihm in das Wasser plumpt. Dieses Weibchen ist das Rhone- oder Inselweibchen, bei Jung und Alt unter dem Namen Fennetta bekannt.
C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.