Das Bad im Ritz
Eine halbe Stunde ob dem Dorfe, wo die Felder aufhören und der stotzige Berg anfängt, teilt sich der Trachtbach in den hinteren und vorderen Ritzgraben. Heute sind es wilde Krachen, in denen bei Gewittern das Wasser aus den Flühen der Ursere zusammenläuft und tosend in die Tiefe fährt. Zwischen den Gräben verdichten sich aufgeschossene Tannen, vermischt mit Laubholz, zum schönen, steilen Ritzwald, der hoch bergauf steigend, spitz in die harten Flühe ausmündet.
Vor alten Zeiten stand in der Gegend ein Bad. Eine süsse Mineralquelle brachte Kranken und Gebrechlichen Linderung und Heilung.
Nach Überbleibseln des Bades sieht man sich heute freilich vergeblich um. Es ist anzunehmen, dass es durch einen Bergrutsch, auf ein Unwetter am Rothorn, zerstört und untergemacht wurde.
Quelle: Albert Streich, Brienzer Sagen, Interlaken 1938.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch