Die letzten Iffigenzwerge
Im Iffigen wohnte ein Bauer; der hatte drei kleine Knaben. Die Mutter war krank. Es war mitten im Sommer, und so musste der Vater in aller Herrgottsfrühe auf den Berg, um Heu zu mähen, und liess seine Kleinen im Bett. Allein, kaum hatte er die Türe hinter sich geschlossen, ging sie wieder auf, und nun trippelten drei Zwerglein herein, die in der Stube herumzutänzeln begannen. Sie gedachten, die Arbeit der kranken Mutter zu verrichten und deswegen war ihnen so froh zu mute. Doch die Kinder bekamen Angst, weil sie noch nie einen solchen Aufzug erlebt hatten. Eines fing an zu heulen; die andern setzten nach dem zweiten und dritten Takt auch ein und machten Begleitung, so dass alle miteinander ein Heidengebrüll losliessen. Und dabei tänzelten die Zwerge gar so possierlich.
Sie zwirbelten nun ins Milchgaden, und diesen Augenblick benutzten die Kleinen, um aus der Stube zu kommen. Sie liefen dem Vater nach, schrien mordio, so dass das halbe Iffigen mit Äxten und Gabeln und Sensen in das Haus stürzte.
Da purzelten die Zwerge aus der Türe, schauten sich noch einmal um und lächelten gar verschmitzt.
Sie kamen seither nie mehr ins Iffigen.
Quelle: Georg Küffer, Lenker Sagen. Frauenfeld 1916. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch