Das Schloss Urgiss
Die Ruinen der zerstörten Urgiss auf dem kleinen Berglein unterhalb Densbüren decken eine grosse mit Geld gefüllte Eisenkiste. Oft haben hier Männer in frühern Zeiten nachgegraben; sie stiessen auch auf die Kiste, dann aber sass stets der leidige Teufel drauf. Sie suchten ihn mit Räuchern und andern geweihten Sachen zu vertreiben er aber spie ihnen Feuer ins Gesicht. So sprangen die Beschwörer davon und das Geld liegt noch bis zur Stunde unter den Ruinen.
Doch sieht man bisweilen, namentlich wenn Regenwetter eintreten soll, bald da, wo das Schloss gestanden, bald an der unten vorbei ziehenden Landstrasse eine Jungfrau; sie ist weiss gekleidet und winkt heftig unter ihrem schwarzen Schleier hervor, ihr zu den Ruinen nachzukommen.
Quelle: Ernst L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 1 Aarau, 1856
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch