d'Härdwibli am Strihä
Mä g'hört nüt meh vo de Härdwiblenä. D'Lüt si affäh gar ful (boshaft) und sit s'enä Äschä g'sträüt häigä, sigä si nümmä cho. Das si au Lüt gsi, wedder nummä chliligi, und häi ne Mänschefuäss und e Gäüsfuäss gha. Si häigä de Lütä ghulfä z'Acher fahra; do derfür häig n'enä d'Lüt, eb si ab em Feld hei sige, Wäijä uf e Pflug gleit, und wenn sie wieder anä cho sige, se häigä si Gold druf gha. Im Ifang (Name eines Mattlandes) sigä sibä Hüser gsi und dörthi sige d'Härdlüt ammä z'Liächt. Derno häig es Härdwibli inerä Frau d'Ristä a'gleit (Flachsreisten aufgebunden) und häig gsait, si söll's niäm sägä, und us der glichä Ristä häig si drü Johr chönne spinnä. Ihre g'Vatteri häig si mängist gfrogt, wiä si's au mach, si spinn allä wil und häig immer diä glichlig Ristä? Z'letzt het si's der g'Vatteri gsait: es häigerä si 'nes Härdwibli a'gleit. Derno häig si aber numme no zweü Hüfli chönne drus spinnä und sig demit abgsi. Allwäg het si 'ringer g'schwigä. Mä sait d'Härdwibli sigä im Strihä (Strichen, Juraberg) innä und wäschä drinn, und dessetwägä lauf's Äschäbrünneli z'all Mittwuchä und Fritig trüäb.
Oberhofer-Mundart
Quelle: Ernst L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 1 Aarau, 1856
ebenso in: H. Herzog. Schweizer Sagen für Jung und Alt dargestellt, erster Band, Aarau 1871
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch