Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Die Zwerglein auf der Spiezfluh

Land: Schweiz
Kanton: Bern
Kategorie: Sage

In der Nähe des Wunderkirchleins Einigen am Thunersee hielt sich vor gar langer Zeit in einem Walde ein Zwerglein auf, das sich zur Sommerszeit fürs Leben gern auf die Spiezerfluh setzte, um sich dort zu sonnen und über die blaue Flut zu blicken. Die guten Leute von Spiez brachten ihm gar oft Milch, Brot, Käse und Äpfel. Zum Danke nannte es den Gebern dann zuweilen eine Glückszahl. War dies eine Sieben, so konnte der Betreffende darauf rechnen, dass ihm in sieben Tagen, Wochen oder Monaten irgendein unverhofftes Glück zufiel. So riet das Zwerglein einst einem armen Bäuerlein, Licht und Feuer wohl in acht zu nehmen. Das Bäuerlein aber merkte nicht, dass in dem Sprüchlein eine Zahl versteckt war. Acht Tage später brannte sein Haus nieder. Als man aber acht Monate hernach die Erde zum neuen Hause umgrub, da kam ein irdener Topf mit Goldstücken zum Vorschein. Aus dem Bäuerlein wurde ein hablicher Mann.

Quelle: Hermann Hartmann, Sagen aus dem Berner Oberland. Nach schriftlichen und mündlichen Quellen, Interlaken 1910. 

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.