Die Schatzbohnen
Am Strättlinger Turm am Thunersee ging ein Mann nach Ostern im Gestrüpp umher und sah hier eine Jungfrau sitzen, die auf einem ausgebreiteten Laken dreierlei Bohnen vor sich ausgebreitet hatte. Dem Manne gefielen die Bohnen ihrer Art wegen und er erbat sich davon, um sie jetzt der Jahreszeit nach im Garten zu pflanzen. Bereitwillig gab ihm die Jungfrau die Hände voll von jeder Sorte. Auf dem Heimwege wurden ihm die Bohnen gar zu schwer in der Tasche. Als er nachschaute, waren die der gelben Sorte in Goldstücke, die der weissen in Taler und die der schwarzen in Kleingeld verwandelt. Jetzt wusste der Mann, dass er die Strättlinger Jungfer gesehen hatte.
Quelle: Hermann Hartmann, Sagen aus dem Berner Oberland. Nach schriftlichen und mündlichen Quellen, Interlaken 1910. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.