Der Holzspalter in Walenhütten
In der Walenhüttenvorsass soll vor alten Zeiten ein Senn gelebt haben, dem das Sennenleben so wohl gefallen, dass er einst gesagt habe, wenn er immer auf dem Berg bleiben könnte, so begehrte er nicht in den Himmel. Seinem frevelhaften Wunsche wurde entsprochen; denn seit seinem Tode, der ihn beim Holzfällen ereilte, spuckt nun daselbst der „Holzspalter". Wenn es langes Regenwetter geben will, so hören ihn die Sennen, wie er im Hüttenhof mit regelmässigen Schlägen den Keil in 's Holz treibt und die Scheiter auf einen Haufen wirft. Alsdann schaffen sie vorrätiges Holz zur Hütte, denn sie wissen, was das zu bedeuten hat. Hört man ihn aber im Herbst zur Nachtzeit mit dumpfer und doch weithin tönender Stimme die Kühe locken, so denkt man ernstlich an die Heimkehr, denn baldiger Schneefall und Kälte ist gewiss. Dieses ist auch der Fall, wenn er im Sommer gehört wird, wie das erst noch in den Jahren 1867 und 1869 geschehen sein soll, in welchen bekanntlich im Juni der Berg mehrere Tage mit Schnee bedeckt war.
Quelle: J. J. Jenzer, Heimathkunde des Amtes Schwarzenburg, Bern, 1869.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www. maerchen.ch