Salina auf der Scheibenfluh
Es wird auch gemeldet von der Scheibenfluh (ab 1812 Schibegütsch) in Schangnau, wo die Emmen entspringt, daß auf demselben Berg ein großes Loch hinab gehe, und wann man mutwillig etwas darein werfe, so gäbe es ein ungestüm Wetter. Es komme auch zu Zeiten, wann es anderes Wetter geben wolle, eine Jungfrau heraus, welche an der Sonne ihre Haare strähle und zöpfe. Man haltet auch darvor, daß Pilatus dort begraben liege.
(Hans Rudolf Grimm, bürgerliches Factotum der Stadt Burgdorf. Beruf: Buchbinder. Märchensammler, der versch. Büchlein drucken liess. Aus Lustwäldlein (Bern 1703).
Der meldet, wer in diese Scheibenfluh bei Schangnau Steine werfe, errege damit Gewitter und Hagelschlag. Der gelehrte Mönch Kircher sagt: Auf dieser Flüh’ finde man weder Kraut noch Gras; in der Höhle sitze die verwünschte Jungfrau Salina auf ihrer Goldtruhe, und schon mancher, der hineingestiegen, habe einen Goldklumpen mit herab gebracht.
Thuner Pfarrer Rebmann (Buch: Gespräch der Berge (Bern 1620)
Quelle: E. L. Rochholz, Naturmythen. Neue Schweizer Sagen, Leipzig 1862.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch