Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

S Geissheiriloch

Land: Schweiz
Kanton: Basel
Kategorie: Sage

Ganz z`oberscht uf der Geissflue, uf der Hochwacht, isch es arigs, halbverfallnigs Loch, ebe `s Geissheiriloch. Das isch der Ygang zumene underirdische Gang, wo bis uf d`Farnsburg abe goht. I däm Loch het vor Zyte der Geissheiri ghuset. Das isch än Art «Raubritter»  gsi. Nid grad ein vo de Schlimmschte. Wol het er di ganzi Umgeged unsicher gmacht; nüt «Ässigs» isch vorem sicher gsi, aber umbrocht het er süscht niem, weder hie und do ne Geiss; die sy-n-em ebe eso grad rächt schwer gnueg gsi zum Träge, das gech Wägli uf, und Geissefleisch het er ums Läbe gärn gha. D Landjeger hei-n-em ufpasst, aber verwiitscht het en keine und i sy Wohnig yne het si keine gitrout. Mit was er si eigetlig verfehlt gha het, ass er si het müese verstecke im Geissheiriloch, weiss niem. Au weiss niem, wenn er es Änd gnoh het, oder ob er emand jetz no dört huset. Wenn d’Bure wei go heue z Oltige, luege si öppe am Morge a d’Geissflue ue wenn dort es Näbeli ufstygt, seit öppe der eint oderder ander: «Lueg der Geissheiri het wieder e Geiss verwütscht, es rauchnet noh!» Und dernoh weiss me, ass’ vorläufig no kei Heuwätter git.

Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch