Die Stadt im Chamber
Zwischen dem Bergdorf Wittinsburg und dem Talorte Rümlingen erstreckt sich am Rande der Hochfläche der Chambergraben, ein grösseres, waldreiches Gelände, das durch die beiden schluchtartigen Dorfbächlein im Norden und Süden begrenzt wird. Der Länge nach kann man ebenfalls zwei grabenartige Vertiefungen feststellen, die den Eindruck erwecken, es seien hier grössere künstliche Bodenbewegungen ausgeführt worden. Eine ebene Stelle einer dieser Hohlformen diente lange Jahre als Schindanger (Wasenplatz).
Die Volkssage berichtet, im Chamber sei früher eine befestigte Stadt gestanden, die wahrscheinlich durch ein Erdbeben zerstört wurde. Hiefür sprächen die zahlreichen Felstrümmer, die überall herumliegen. Zu der Stadt gehörte auch ein Friedhof, von dem man vor einigen Jahren noch einige Gräber in der Nähe des Dorfes entdeckt haben will. Auch soll ein unterirdischer Gang vom Chamber nach Rümlingen geführt haben, wo er im Keller des Pfarrhauses an die Erdoberfläche mündete.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch