Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

D’Heidestadt

Land: Schweiz
Kanton: Basel
Kategorie: Sage

Südlig vom Dorf Brätzbel, zwüsche-n-im Riedbärg und im Aletechopf stoht d’Heidestadt. Me gseht s däm Bärg a, ass er emol, villicht scho in grauer Vorzyt, abgstürzt isch. Es wird agnoh, er syg vorhär höcher gsi as der Riedbärg. Er isch au noh bis in die jüngeri Zyt unruehig gsi; mehreri Mol sy noh chlyneri Teil abgrütscht. Obe-n-uf im Bärg het’s tiefi Löcher und underirdischi Gäng gha; die sy aber jetz zum gröschte Teil ygfalle. Noh vor e paar Johrzähnte heig me ne Stei, wo me-n-in e Loch abe glo heig, noh lang gkört rolle. Der Schnee schmilzt hüte noh allewyl z’erscht an dene Stelle. Wie’s im Volch heisst, syge sälbmol, wo’s Chrischtetum under de Germane feschte Fuess gfasst heig, d’Heide in die Höhlene gflüchtet und heige dort obe ihr Läbe gfrischtet. Noh andere-n-Ussage syge d’Heide vo Zyt zu Zyt dort ufe, um im Gheime ihre heidnische Sitte und Gibrüche z’fröhne. Us däm Grund heiss dä Bärg d’Heidestadt.

Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch