Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

S Chill

Land: Schweiz
Kanton: Basel
Kategorie: Sage

Weschtlig vom Dorf Brätzbel, zwüsche-n-im Sand- und im Herrligkeitshübel, lyt e chlyni Ebeni, ’s Chill, wie me-n-ihm seit. Dä Flurname wyst hüte noh druf hi, ass eusi Chilche vor der Reformation dort gstande-n-isch. Es heisst, au die solothurnischi Nochbersgmein Nunnige syg dohi z’Chilche cho. Noh der Reformation het si die Chilchgmein teilt; Nunnige isch wieder zum katholische Glaube zrugg gange. Die Chilche im Chill syg dernoh abtreit und am jetzige Ort ufboue worde.

Wie die Olte-n-albe verzellt hei, sy früecher im Chill z’nacht Liechter gseh worde; e Teil syge umenander gfahre. Die Lüt, wo z’nacht übers Chill gloffe syge, heige gwöhnlig müese bis am Morge umenander laufe, ohni ass si meh gwüsst heige, wo si syge. Au heig me mängisch e Gmurmel vo ville Stimme gkört; im Dorf heig’s dernoh gheisse: Si hei nächt wieder bättet im Chill.

Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch