Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Pfarrer Strübins Schimmel

Land: Schweiz
Kanton: Basel
Kategorie: Sage

In Bubendorf soll man hie und da einen Schimmel den steilen Weg gegen das Pfarrhaus hinauftraben und dort verschwinden sehen. Auch im Pfarrhofe höre man zuweilen Pferdegetrappel, sehe aber kein Tier. Im Volke heisst es, das sei ein früherer Pfarrherr mit Namen Strübin, der auf seinem Schimmel reite. Dieses Tier galt ihm bei Lebzeiten sehr viel, mehr als die Armen seiner Gemeinde. Denn, als zur Zeit einer Teuerung die Basler Regierung eine Mehlspende für die Bedürftigen an ihn abgehen liess, behielt er dieses Mehl für sich und fütterte damit seine Haustiere. Man erzählt auch, dass derselbe Pfarrer auf dem Todbette seinen Schimmel noch einmal sehen wollte und dass man das vertraute Tier durch einen breiten Gang unter die Türe des Sterbezimmers geführt habe, damit der Pfarrer von ihm Abschied nehmen konnte.

Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch