Der Schatz im Lankgraben
Der Bretzwiler Bote wurde auf seinem nächtlichen Heimwege im Lankgraben von einer unbekannten Frau angehalten. Sie fragte ihn, ob er sich fürchte. Er verneinte. Da forderte sie ihn auf, er solle dem Bächlein nach in die Schlucht hineingehen. Dort werde er eine Geldkiste finden. Der werde zwar grausige Dinge sehen, aber man könne ihm nichts anhaben. Er solle die Kiste zum Fuhrwerk bringen, sie wolle ihm unterdessen die Pferde halten. Der Bote begab sich von der Landstrasse an den ihm bezeichneten Ort. Unterwegs sah er mehrere schreckenerregende Tiergestalten. In der Schlucht hinten war etwas Helles zu sehen, eben die beschriebene Geldkiste. Darauf aber sass ein Teufel, der ihn zähnefletschend anknurrte. Das war für den Mann zuviel. Er liess die Kiste stehen und kehrte unverrichteter Dinge zum Fuhrwerk zurück. Als die Frau dies sah, fing sie herzerweichend zu weinen an. Nun müsse sie zehn weitere Jahre büssen, bis sie wieder jemand um Erlösung angehen dürfe, jammerte sie und verschwand.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch