Von der Grenze bei Maisprach
Nördlich von Maisprach weicht die Kantonsgrenze etwas von der Wasserscheide ab, sodass der kleine Sonnenberg heute ganz in den Kanton Aargau zu liegen kommt. Das war früher nicht so. Die Sage geht, dass zu einer Zeit, als die Grenzen besser ausgemarcht werden sollten, ein Gemeindebeamter im Protokoll gelesen habe, die Grenze laufe vom Sonnenberg «gerade fort» anstatt «dem Grate fort» und so sei der Bann um den Besitz des halben kleinen Sonnenberges gekommen. — Andere wollen wissen, ein Dorfmagnat von Maisprach habe, um seine Schulden zu tilgen, das genannte Gelände an Oesterreich verkauft. Seither müsse er aber den Berg noch immer auf einem Schimmelchen umreiten.
Der Erzähler, in den Sechziger Jahren Lehrer in Maisprach, fügt bei, dass an der Sache etwas sei, denn quer über die Zeininger-Egg, in der Richtung der besprochenen ersten Grenzlinie, laufe ein alter Lebhag, der «Bannhag» genannt werde.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch