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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Die Zwerge im Helfenberg

Land: Schweiz
Kanton: Basel
Kategorie: Sage

Der südliche Abhang des Helfenberges trägt heute magere Rüttenen. Das war nicht immer so. Vor Zeiten war dieses Gelände eine ertragreiche Gemeindeweide des Dorfes Langenbruck. Jeder Bürger konnte dort während des Sommers sein Grossvieh zur Weide treiben. Immer kamen die Tiere wohlgenährt, gesund und ohne Unfall wieder nach Hause. Dies verdankte man kleinen Zwerglein, sogenannten Elfen, die in den Flühen des Helfenberges hausten und das Weidevieh betreuten. Als bescheidene Gegenleistung nahmen sich die kleinen Leute etwas Milch aus den strotzenden Eutern der Weidetiere. So ging alles gut, bis eines Tages ein Mann aus Neugier den Zwerglein nachschlich, um ihre Wohnung zu erkunden. Doch sie gewahrten den Aufpasser bald, flohen entsetzt und verliessen die Gegend für immer. Auf der Weide kehrte Unglück ein, auch der Ertrag an Milch ging stark zurück und schliesslich musste der Weidebetrieb eingestellt werden. Die Gemeinde parzellierte das Land am Helfenberg und überliess die Teile den Bürgern zur Pacht.

Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch