Der angebrannte Axtstiel
Ein Mann aus Oberdorf begab sich ins sogenannte «Tal», eine muldenartige Vertiefung südlich des Dielenberges. Dort wollte er auf seinem Acker einen Baum fällen. Wie er so über das Feld dahinschritt, näherte sich ihm ein Mann, der sonderbar aussah. Nämlich Gesicht und Kleidung waren schwärzlichgrau, was den Oberdorfer stutzig machte. Nichtsdestoweniger wollte ihm der Fremde zum Grusse seine Rechte reichen. Er aber hielt ihm vorsichtigerweise den Axthalm entgegen, welchen der Fremde auch ergriff. Als er ihn wieder losliess, war der Handgriff des Stieles so stark angebrannt, dass man deutlich den Abdruck der Hand sehen konnte. Darauf war der hitzige Fremde mit einem Male verschwunden und der erschrockene Oberdorfer hätte geschworen, geträumt zu haben, wenn ihn nicht das eingebrannte Mal eines andern belehrt hätte. Wahrscheinlich war ihm ein Geist erschienen, der um irgend eines Frevels willen büssen musste.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch