Die feurige Hand
Um Mitternacht wanderte ein Frenkendörfer von Augst heimwärts. Bei der Hülftenbrücke vernahm er Schritte hinter sich. Er wandte sich um, erblickte in der Dunkelheit aber niemanden. Auf einmal hörte er niesen. Landesüblich wünschte er «Gesundheit», ebenso ein zweites Mal. Beim dritten Niesen sagte der erschrockene Frenkendörfer: «So helfe dir Gott in den Himmel, wenn es nicht anders sein kann!» Plötzlich spürte er eine Hand auf der Schulter und eine Stimme sprach: «Du hast mich erlöst!»
Unbehelligt kam der Frenkendörfer zu Hause an. Am andern Morgen sah er mit Entsetzen ein handgrosses versengtes Loch in seinem Kittel, an der Stelle, wo ihn der Fremde berührt hatte.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch