Ein geheimnisvolles Bett
Früher scheuerten die Hausfrauen ihre hölzernen Küchengeräte mit Sand, welchen sie gewöhnlich bei Hausierern kauften. Eine solche Sandfrau kam auch nach Eptingen und übernachtete auf ihren Gängen manchmal in einem der vielen Berghöfe jener Gegend. Gelegentlich erzählte sie dann im Dorf von einem merkwürdigen Bett, das in der Kammer jenes Hofes stand.
Es war ein rundes Bett. Niemand schlief darin; aber jeden Morgen war es durchwühlt und musste aufs Neue zurecht geschüttelt werden. Dabei fand man jedesmal einen Batzen darin liegen. Wurde in den grossen «Wärchen» einmal vergessen, das unheimliche Bett zu machen, so konnte man gewiss sein, dass in der darauffolgenden Nacht im ganzen Hause niemand ruhig schlafen konnte.
Quelle: G. Müller/P. Suter, Sagen aus Baselland, Liestal 1939.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch