Der Name Bellwald
Einst bereiste unser Herrgott mit etwa zwei, drei Jüngern das Wallis. Im Goms herrschte damals gerade Streit zwischen den Gemeinden Steinhaus und Niederwald. Beide sprachen das gleiche Waldstück als Eigentum an. Unser Herrgott anerbot sich als Schiedsrichter und bestimmte einer jeden Partei ihren Wald. Als Wald und Wiesen im Untergoms friedlich verteilt waren, schaute Petrus noch einmal von Lax zurück und rief dem Herrgott: «Ja schau, da oben sind ja auch noch Leute! Die haben wir jetzt ganz vergessen, die haben ja nichts vom Wald bekommen!» - «Ja nun, jetzt ist alles verteilt. Das kann ich nicht mehr rückgängig machen. Dann müssen wir denen da oben als Entschädigung den Namen ,Bellwald‘ geben!» So sprach der Herr, und so blieb es.
BELLWALD
Quelle: Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Josef Guntern, Olten 1963, © Erbengemeinschaft Josef Guntern.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch