Der Bettmersee
Der Bettmersee soll so entstanden sein: In der Gegend, wo heute der See glänzt, waren früher schöne Matten, und der See war ein grosser Acker. Im Aletsch wuchsen ja damals noch Nuss- und Kirschbäume.
Dieser Acker nun gehörte zwei Schwestern. Das waren Hexen, die des Ackers wegen miteinander in Streit gerieten. Sie konnten sich einfach nicht einigen, ihn zu halbieren. Jede meinte, die Schwester erhalte den grössern und bessern Teil. Auf einmal entwischte der einen der Fluch: «Wäre es doch Wasser, dann könnten wir es besser teilen!» Der Fluch ging in Erfüllung, denn am andern Morgen war der See schon da.
Man soll eben nichts verfluchen.
BETTEN
Quelle: Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Josef Guntern, Olten 1963, © Erbengemeinschaft Josef Guntern.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch