Brand im Sick
Das war so um 1930. Wir waren unser vier in der Alpe im Saflischtal, drei davon Erwachsene.
Abends so gegen zehn Uhr lagen wir auf unseren Pritschen. Wie sich der Hirte zur Wand kehrte, sah er durch die schlechte Bretterwand hinaus und rief: «Jessus, Jessus, jetzt verbrennen im Sick die Alphütten!» Wir eilten alle zur Türe und schauten hinüber. Da schoss wirklich das Feuer zu allen Seiten aus den Hütten, dass wir glaubten jetzt sei bald alles abgebrannt. Wir sagten zueinander: «Da ist jetzt niemand drin, und helfen können wir jetzt auch nicht mehr. Mag dem nun sein, wie ihm will, da gehen wir jetzt heute nicht mehr hinüber!»
Am andern Tag, als wir hinüberschauten, war alles wie zuvor, von Brand keine Spur.
Das haben wir alle deutlich gesehen. Das ist keine Lüge.
GRENGIOLS
Quelle: Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Josef Guntern, Olten 1963, © Erbengemeinschaft Josef Guntern.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch