Die Tesselmannen
Hier stand ein altes Gemeindehaus, in dessen Nähe wir früher wohnten. Jedesmal, bevor ein Tesselmann (Geteile einer Alpe) starb, hörte man so vierzehn Tage bis drei Wochen vorher Hämmern und Nageln wie in einer Schreinerei. Wir sagten dann zueinander: «Oho, äs sarchut wider!»
Ich erinnere mich noch genau, wie unsere Mutter eines Tages erklärte: «Es stirbt wieder ein Tesselmann!» Wir glaubten es nicht und widersprachen, es sei ja niemand krank, warum jetzt da plötzlich einer sterben sollte.
Aber die Mutter hatte recht: Kurz drauf starb der Trufter Hanggi. Das war in den zwanziger Jahren.
RANDA
Quelle: Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Josef Guntern, Olten 1963, © Erbengemeinschaft Josef Guntern.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch