Die drei Kartenspieler im Schalikin
Das erzählte der alte Bärtscho oft als eine Wahrheit. Einst war er am Morgen früh auf Schalenäbi und wollte auf Gemsjagd. Wie er zu den Messweiden kam, sah er im Schalikin eine grosse Helligkeit wie von einem Sankt- Johannes-Feuer. Es wunderte ihn, was das für ein Feuer sein könnte, und er ging an den Rand des Felsens und schaute hinunter.
Zuunterst im Kin erblickte er drei altväterisch gekleidete Männer, die an einem grossen, runden Steintisch Karten spielten. Er sah kein Feuer, aber es war alles so hell, dass er von oben die einzelnen Karten erkennen konnte. Jedes Mal, wenn einer eine Karte auf den Tisch spielte, feuerte es zu allen Seiten unter der Hand aus, als ob sie Feuer schlügen. Es blendete ihn richtig.
Eine Weile schaute der Bärtscho zu; dann wurde es ihm unheimlich, und er dachte: «Spielt nur so lang ihr wollt, ich gehe jetzt!»
Noch lange Jahre später passte er auf, um diese Helligkeit wieder zu sehen, aber er bemerkte nie mehr etwas.
TÄSCH
Quelle: Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Josef Guntern, Olten 1963, © Erbengemeinschaft Josef Guntern.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch