Der Webstuhl
Das war in den Kalbermatten. Der Quirin, mein Bruder Augustin und eine ganze Tanzgesellschaft wollten dort tanzen. Sie hatten schon begonnen, und es ging alles gut, aber sie merkten immer mehr, dass der Platz einfach zu klein war. Da meinte einer zum andern: «Wier tie doch d Stüedla üs!» Tatsächlich hatten sie den grossen, ungestümen Webstuhl in kurzer Zeit draussen und tanzten fröhlich die ganze Nacht.
Am Morgen mussten sie den Webstuhl zurück in die Kammer tragen. Aber es war unmöglich. Sie mochten ihn drehen und lüpfen: die Türe war einfach zu klein. Es blieb ihnen nichts übrig, als ihn mühsam auseinanderzulegen; und drinnen musste sie ihn wieder aufstellen.
Jetzt wussten sie, dass ihnen der Teufel geholfen hatte, den Webstuhl zu entfernen.
Das geschah so um 1890 im Hause des Peter-Josef Kalbermatten. Neulich fragte ich den Quirin, der auch dabei war, ob das wirklich stimme. Er antwortete: «Ja, das stimmt, aber tüomer derfa lieber nimme redu!»
SAAS-FEE
Quelle: Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Josef Guntern, Olten 1963, © Erbengemeinschaft Josef Guntern.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch