Der Schatz der Herren von Raron
Als Witschard von Raron 1417 den Ansturm der Matze herannahen sah, soll er nicht mehr Zeit gefunden haben, alle seine Kostbarkeiten und Geldkisten ins Ausland zu retten. So gab er denn vor seiner Flucht nach Bern dem Burgvogt oder Kastlan zu Raron Befehl, möglichst vieles in den unterirdischen Gängen des Schlosses zu verbergen. Die Stammburg Rarons wurde dann aber vom Volke erstürmt und verbrannt, und dem Freiherrn war es nicht mehr vergönnt, ins Wallis zurückzukehren. So harrt denn der Familienschatz der Raron noch immer, gefunden zu werden.
Vor etwa hundert Jahren wollten zwei Knaben, die beim Viehhüten am Schlossfelsen herumstiegen, den geheimen Gang unterhalb des jetzigen Kirchenportals aufgefunden haben. Sie waren aber nicht beherzt genug, weiter hinein zu dringen und bei Erwachsenen fanden sie keinen Glauben. Als Männer versuchten sie nochmals ihr Glück – aber es war keine Öffnung mehr zu finden.
RARON
Quelle: Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Josef Guntern, Olten 1963, © Erbengemeinschaft Josef Guntern.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch