Gespenst verfolgt Obstdiebe
In der Nähe des Dorfes Grossdietwil ist vor Zeiten eine Garnsechthütte (Garnwaschhütte) gestanden. Der Garnsechter, ein roher Mann, misshandelte seine fromme Frau sehr. Einmal als er zu Nacht in der Hütte gewacht, kam sie, um ihm etwas zu bringen. Er aber warf die Arme in das Sechtkessi und erstickte sie so im siedenden Wasser. - Darnach hat ihm der Geist der Frau keine Ruhe gelassen und ihn Tag und Nacht gequält, so dass er sich selbst tötete. Seitdem konnte niemand mehr in der Hütte sein und sie ward umgetan. Von da an wandelte der Mörder auf der Stätte und soll vielmal gesehen worden sein. Leides hat er niemanden zugefügt. Dem Besitzer des Hofes hütete er im Herbste das Obst und verfolgte Obstdiebe oft bis zur Mühlebrugg.
Quelle: Alois Lütolf, Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, Luzern 1865. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch.