Der Burggeist zu Richensee
Nachts, um zwölf Uhr, wie der Jahrestag der Sempacherschlacht anbrach, soll man früher hier auf der Burgruine eine weinende Stimme vernommen haben: „Konrad, Konrad," worauf in hellem Tone die Antwort erfolgte: „Hier Österreich!" Und siehe! eine schwarze Rittergestalt, mit klaffender, blutiger Wunde am Haupt, trat auf die Mauer und verschwand blitzschnell. Richensee, dessen Bewohner es im Sempacherkriege mit den Eidgenossen hielten, wurde von österreichischen Rittern unter vielem Blutvergiessen berannt und zerstört.
Quelle: Alois Lütolf, Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, Luzern 1865. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch.