Schlafende Soldaten im Pfinwald
Der alte Peter Seewer erzählte mir, zwei Männer seien einst miteinander durch den Pfinwald gegangen. Da sahen sie plötzlich seitwärts des Weges einen grossen, tiefen Schacht im Boden. Sie eilten nach Susten um sich Seile zu holen und kehrten damit zurück.
Mit Hilfe der Seile stieg einer hinunter. Er fand grosse, grosse Gänge und seitlich davon unzählige Kammern. An einer Stelle sah er ein kleines Lichtlein. Dessen Scheine ging er nach, bis er in einer Kammer stand. Da schliefen eine Menge Soldaten. Einer hob den Kopf und fragte: «Wie spät ist es?» Der Leuker nannte ihm die Tagesstunde. «Nein, nicht so meine ich, welches Jahr ist es?» fragte er weiter. Als er auch diese Auskunft erhalten hatte, erklärte der Soldat: «Dann ist es also noch nicht Zeit. Wir wollen weiter schlafen, bis das Wallis wieder in Gefahr ist. Das letzte Mal ist es durch Verrat gefallen!»
LEUK
Quelle: Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Josef Guntern, Olten 1963, © Erbengemeinschaft Josef Guntern.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch