Der Name
Ganz früher habe Turtmann "Lange Gasse“ geheissen. Dann gab es einst einen grossen, grossen Krieg, in dem alle Leute flohen und wahrscheinlich auch die meisten umkamen. Nur einer allein, ein älterer Mann, wollte nicht fort. Als nach dem Krieg wieder Leute zurückkamen, erblickten sie diesen Mann und riefen ganz verwundert: «Dort ist ein Mann!» Seit diesem Tage nannte man das Dorf Dortmann und nachher Durtmann.
Die zweite Variante über die Entstehung von Turtmann lautet so: Es wütete die Pest. Ein Mann verkroch sich aus Angst vor Ansteckung in eine grosse "Tinu" (Weinfass) und nahm eine Botillu Wein mit und Speise. Dazu noch ein Böcklein, damit es durch den Gestank die Pest fernhalte. Als er glaubte, die Pest sei vorbei, kroch er hervor. Zufällig kamen da Leute hinzu, sahen ihn und sprachen: «Dort ist ein Mann.» Daraus sei Dortmann entstanden wie es noch vor hundert Jahren geschrieben wurde.
TURTMANN
Quelle: Walliser Sagen, gesammelt und herausgegeben von Josef Guntern, Olten 1963, © Erbengemeinschaft Josef Guntern.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch