Verschwundene Orte in Uri
Im Anfang des elften Jahrhunderts, zwischen 1020 bis 1025 soll Altdorf und ein grosser Teil von Bürglen und Schattorf untergegangen sein.
Aus dem Lehn bei Schattorf auf die Haldiberge hat man einst ebenen Fusses gehen können. So meldet Pfarrer Jsenmann im Urbar der Pfarrkirche Schattorf zum Jahre 1609.
Wo am Achsenberg der Milchbach herab stäubt, lag einst ein armes Dörfchen. Hier wohnte ein altes Mütterchen, das wegen seiner Weisheit in hohem Ansehen stand. Einmal nahm sie eine seltsame Arbeit vor. Sie schliss ihr Holzhäuschen zusammen und liess die Balken weiter gegen Altdorf hinein, an das Flüeli nahe beim Südende des Sees schaffen. Die andern Leute munterte sie auf, gleiches zu tun, was die einen, weil ihnen die Frau als Prophetin galt, wirklich taten. Sie bereuten es nicht, wohl aber die Zurückgebliebenen, welchen der Bergschutt ein jammervolles Grab bereitete.
Quelle: Alois Lütolf, Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, Luzern 1865. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch.