Die Frau im wilden Heere: Der Wagen
Zu Ennetmoos bei Stans hört man oft am Pfaffenkellergraben auf und ab „ein furchtbares und erbärmliches Geschrei“. Es war der Fall, dass Leute, die in unmittelbarer Nähe desselben sich befanden, doch nichts anderes sahen, als einen Laub- oder Strohsack sich daher wälzen. Nachtbuben wollen auch unter fürchterlichem Rasseln und Getöse Ross und Wagen den Berg und Graben herabfahren gesehen haben, ohne am darauf folgenden Morgen beim Untersuche eine Spur davon auf dem Boden wahrnehmen zu können. In der Nähe des Grabens unterhielten sich einst zwei Knaben zur Kurzweil mit Lettknetten (Lehm kneten?). Auf einmal erblickten sie eine Weibsperson, gekleidet wie eine Luzernerbieterin, welche ohne etwas zu sagen, nächst ihnen eine Erdscholle aus dem Boden riss und wieder plötzlich verschwand.
Quelle: Alois Lütolf, Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, Luzern 1865. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch.