Die Herdmandli um Walchwil
In den Gestrüppen und Felsenlöchern der Walchwiler Allmend, zumal gegen die Gnippenflue, hausten die „Bergmandli", Schutz- oder Plagegeister der Bergbewohner, je nachdem sie ihr Wohlwollen oder ihren Hass verdienten. Klein von Statur, schwarzbraun, stark, pfeilschnell Bäume zu erklettern oder in die Abgründe ihrer Wohnungen zu steigen als wären sie verschwunden, in sonderbaren Künsten erfahren, Herrn über Geld und Gold, ohne selbst davon Gebrauch zu machen, in der Liebe wie in der Rache ohne Mass, waren sie eben so sehr verehrt als gefürchtet. Wo sie zusprachen Speisen zu begehren (sie liebten Schweinfleisch), war das Haus des Segen Gottes sicher, und wem sie im Sommer heueten, was sie gern und wohl taten, der galt für den glücklichsten. Mit ihrer Flucht, auf Verfolgungen und Kränkungen mancherlei Art, gingen auch die goldenen, vergeblich zurückgewünschtcn Zeiten.
Quelle: Alois Lütolf, Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, Luzern 1865. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch.