Der Prediger auf der Jagdmatt
Bald nach den Zeiten des heiligen Sigisbert predigte ein Mönch damals noch über der Reuss gegen den Berg hin und wurde später von dem Flusse verschüttet. Der Mönch predigte dort von der Versöhnung. Auf einmal hörte er auf und sagte, in diesem Augenblick sei an einem Ort ein Mensch von einem Kirschbaum heruntergefallen. Sie wollen für diese Seele ein Vaterunser beten. Darauf predigte er fort, nahm zwei Totenköpfe, schlug sie zusammen und sie gaben Feuer. Er sagte, das seien zwei Schwägerinnen gewesen; die hätten einander nicht verziehen und seien jetzt beide verdammt. Wenn es das Volk verlange, so wolle er beide Köpfe reden machen. Das Volk verlangte es nicht.
Quelle: Alois Lütolf, Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, Luzern 1865. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch.