Das Wunder mit dem Ringe
Unter den vielen Dankzeichen der Gläubigen nimmt man in Mitte der Kapelle „Maria Sonnenberg" auf Seelisberg links einen an eine Kette gehängten Ring wahr. — Eines reichen Herrn Söhnchen kam mit einem metallenen Ringe um den Hals auf die Welt. Der Ring konnte ihm weder abgefeilt noch abgebetet werde, sondern wuchs mit ihm immerdar. Nach vielen Wallfahrten kamen die Eltern, durch den Föhn in der Seefahrt gehindert, über den Seelisberg bis hierher, wo in einem kleinen Gemäuer das Mariabild, welches zu oberst auf dem Hochaltar zu sehen ist, stand. Sie beteten da und schliefen ermüdet von der Bergreise ein. Währen des Schlafes weckte sie ein metallener Klang, und sieh, der Ring lag ungebrochen neben dem Sohne. Zum Danke baute der Vater ein Kapellchen, welches spätere Stifter vergrösserten.
Quelle: Alois Lütolf, Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug, Luzern 1865. Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung, www.maerchenstiftung.ch.