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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Wie die Ettinger ihren Necknamen erhielten

Land: Schweiz
Kanton: Basel
Kategorie: Sage

Die Ettinger haben wie die Bürger ihrer umliegenden Ortschaften ihren Spott- oder Übernamen; man nennt sie bekanntlich Gugger. Wie sie zu diesem Namen gekommen sind, erzählen sich die alten Leute so: Als Ettingen noch keine Pfarrei, sondern nur eine Filiale der Pfarrei Therwil war und darum die Ettinger an Sonn- und Feiertagen den Gottesdienst in Therwil besuchen mussten, hätte es bei diesem Anlasse zwischen den Therwilern und Ettingern immer Neckereien und Zwistigkeiten gegeben. Dieses sei besonders am St. Markustag geschehen, an dem die Ettinger von jeher einen Bittgang nach Therwil halten. Bei einem solchen Bittgang hätten die Ettinger eine neue Kirchenfahne gehabt. Auf derselben war der hl. Geist in Gestalt einer Taube abgebildet. Die Therwiler hätten nun, wahrscheinlich aus Missgunst wegen der neuen Fahne, gesagt, die Ettinger hätten einen Kuckuck auf ihrer Kirchenfahne. Von da an habe man die Ettinger Gugger geheissen. Es war seinerzeit nicht ratsam, die Ettinger an diesen Spitznamen zu erinnern, wer es wagte, sie Gugger zu nennen oder in ihrer Gegenwart zu guggen, der bezahlte seine Kühnheit, wenn es noch gelinde ging, mit einem blutigen Kopfe. Jetzt lachen die Ettinger darüber.

Ettingen

Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.