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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Das Rinolfingli

Land: Schweiz
Kanton: Basel
Kategorie: Sage

a) Das Land in der Nähe des Schlosses Fürstenstein zwischen Ettingen und Hofstetten heisst das Rinolfingli. Dieser Name soll von einem Dörflein herrühren das vor Zeiten dort gestanden. Ältere Leute wollen noch Mauerreste davon gesehen haben.

Auch heisst ein Fussweg, der von dort gegen Weisskirch führt, wo die älteste Kirche des Tales gestanden hatte, das Totenweglein, und es wird behauptet, er habe seinen Namen daher, dass auf demselben die Toten vom Rinolfingli nach der ehemaligen Pfarrkirche zum Begräbnis gebracht worden seien. In den Urkunden ist jedoch von einem Rinolfingli oder Rinolfingen nichts zu finden.

b) Unter dem Schlosse Fürstenstein lag vor vielen Jahren das Dorf Rinolfingen. Die Flur heisst heute noch s Rinolfingli. Das Dorf soll in einem Kriege verbrannt worden sein, denn alle Hauser waren nur aus Holz. Die Toten von Rinolfingen wurden in Weisskirch begraben. Der Weg dorthin führte an der heutigen Kirche von Ettingen vorbei über das Feld gegen Benken. Er heisst Totenweg. Wie alte Leute erzählen, war das Getreide an diesem Weg immer höher als das andere im Feld.

Ettingen

Quelle: P. Suter/E. Strübin, Baselbieter Sagen. Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel, Band 14. Liestal 1976

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.